Eingriffe in den Sender sind umstritten, und ich will mich nicht davor drücken, hier darauf hinzuweisen. Die folgenden Hinweise sind das Ergebnis meiner Internetrecherche, ich bin aber kein Jurist und ich gebe keine Gewähr auf inhaltliche Richtigkeit!

Der Encoder muss im Sender eingebaut und mit dem NF-Teil verbunden werden. Viele Befürchten, dass damit die FTZ-Nummer ihres Senders ungültig wird, und die Zulassung erlischt. Die FTZ-Nummer wird aber nur für die HF-Stufe des Senders vergeben, dieser Teil wird aber nicht verändert.

Unabhängig davon ist das alte Fernmeldeanlagengesetz seit ein paar Jahren nicht mehr gültig, und FTZ-Nummern gibt es nicht mehr. Wenn ein Hersteller eine Fernsteueranlage auf den Markt bringt, muss er Konformität mit den bestehenden Richtlinien (EMV und TKG) nachweisen und zeigt dies an, in dem er das CE Zeichen anbringt, damit darf die Anlage dann auch innerhalb der EU verkauft werden.

Wird ein Eingriff in den Sender vorgenommen, ist damit das CE Zeichen auf dem Sender hinfällig, da der Hersteller Konformität mit den geltenden EMV Richtlinien natürlich nur in Verbindung mit seinen Originalteilen garantieren kann. Wer die Anlage aber nicht verkaufen will, weil er im Rahmen seines Hobbys ein Einzelstück hergestellt hat, braucht auch kein CE Zeichen.

Jeder, der diese Schaltung nachbaut und in Betrieb nimmt, wird selbst zum "Hersteller" und "Inverkehrbringer", somit liegt es nun in seiner Verantwortung, konform mit den Richtlinen zu bleiben. Probleme mit der Bundesnetzagentur (so heißt die Aufsichtsbehörde heute) sind dann zu erwarten, wenn die HF-Eigenschaften des umgebauten Senders manipuliert werden, wenn der Sender z.B. in einem anderen Frequenzbereich als dem für den Modellbau zugeteilten Bereich sendet, seine Sendeleistung oder Modulationsart geändert wird, etc. Änderungen dieser Art sind nach wie vor verboten - oder anders ausgedrückt: bleiben diese HF-Eigenschaften unverändert, darf der Sender auch weiterhin betrieben werden.

Da mit dem Einbau des Encoders der HF-Teil des Senders nicht verändert wird und selbst der Anschluß an den NF-Teil analog zu anderen nachrüstbaren Erweiterungen (Schalter, Potentiometer) an den vom Hersteller vorgesehenen Anschlüssen erfolgt, kann ich davon mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgehen. Dann bleibt noch das Restrisiko, dass der Mikroprozessor auf mir nicht bekannte Weise mit dem HF-Teil interferiert und dadurch die HF-Eigenschaften geändert werden. Auch dies halte ich für unwahrscheinlich.

Das alles begründet aber nur eine (wenn auch plausible) "Konformitätsvermutung". Der strenge Nachweis, dass die HF-Eigenschaften sich nicht geändert haben. kann nur von einer Prüfstelle geführt werden, falls man nicht selbst über die notwendigen Meßgeräte incl. dem entsprechenden Know-How verfügt.

Jeder trägt also selbst die Verantworung für die Konformität mit den bestehenden Richtlinien und Gesetzen, wenn die hier vorgestellte Schaltung nachgebaut und in Betrieb genommen wird. Ich garantiere weder diese Konformität noch eine einwandfreie Funktion der Schaltung.

Ziemlich sicher wird die Garantie des Herstellers bei einem neuen Sender erlöschen, auch das sollte man bedenken.